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Baja California Die Interaktive Halbinsel

Baja California gibt sich ungezähmt und schön, abweisend und doch freundlich. Mexikos Halbinsel im Pazifik ist größer als Italien und zweimal so lang wie Florida. Und doch scheint sie direkt aus der Hand Gottes entsprungen zu sein. Denn Baja ist Abenteuer, Einsamkeit, Hitze und Faszination zugleich. Und Baja ist der eindrucksvollste Beweis dafür, daß die Wüste lebt.

Was auf diesem heißen Fleckchen Erde der Natur seine Existenz abtrotzt, übersteht auch alles andere. Denn Baja California, jene unwegsame Halbinsel südlich der US-amerikanischen Touristenhochburgen Los Angeles und San Diego, wird vom mexikanischen Regengott hartnäckig ignoriert. Die Folge: Dauersonne. Sie färbt den Himmel in ein dunkles Blau und trocknet alles erbarmungslos aus.

Spanische Eroberer tauften das Land daher “Calida Fornax”, was nichts anderes als “Heißer Ofen” bedeutet. Eine treffende Bezeichnung, wenn man bedenkt, daß die Luftfeuchtigkeit sehr gering ist und die Temperaturen im Sommer locker 40 Grad erreichen. Von Juli bis Oktober kommt es häufig zu tropischen Wirbelstürmen, die im südlichsten Teil der Halbinsel den segensreichen Niederschlag verkünden. Doch schon einige Regentropfen reichen aus, um den Boden zum Explodieren zu bringen. Dann wogt Baja in einem solch gewaltigen Blütenmeer, daß es jedem den Atem verschlägt. Nichts erinnert mehr an die endlose spröde Schönheit, und endlich wird sichtbar, daß in dieser Wüste 2 500 Pflanzenarten leben, von denen viele schon seit prähistorischer Zeit existieren.

Der Kakteengarten Mexikos

Und auch den Namen “Kakteengarten Mexikos” trägt Baja zu recht: 120 Arten wachsen hier, fünfzig davon gibt es nirgendwo sonst auf der Welt. Wie unheimliche Geisterfinger ragen sie in die mondhelle Nacht, und nur ihrem Einfallsreichtum haben sie ihr biblisches Alter von bis zu 1 000 Jahren zu verdanken. Sie ziehen sich zusammen, reflektieren das Sonnenlicht oder legen Wasserreservoirs an, um sich vor dem Austrocknen zu schützen. In den Kakteenwäldern regieren nur zwei: der Adler und der Geier. Ja, und dann ist da noch der Wind. Fast das ganze Jahr hindurch weht hier eine Nordwestbrise mit bis zu 50 Stundenkilometern. Sie ist tagsüber fast unerträglich heiß, hält aber immerhin die Mücken fern.
Für Menschen scheint Baja auf den ersten Blick nicht geschaffen zu sein. Noch immer gehört die 1 150 Kilometer lange Halbinsel zu den am dünnsten besiedelten Gebieten der Erde. Zwar liegt die Bevölkerungszahl in den Bundesstaaten Baja California Norte und Baja California Sur bei vier Millionen Menschen, aber davon leben schon allein zwei Millionen in Tijuana und 140 000 in der Südmetropole La Paz. Jahrhundertelang war La Paz das Zentrum der Perlentaucher, doch schon 1936 wurden die Austern von einer rätselhaften Krankheit befallen und starben aus. Heute ist der Tourismus die Einnahmequelle Nummer eins.

Galt die Halbinsel bislang als unbezähmbar, so lockt sie jetzt immer mehr Menschen an. 90 Prozent von ihnen kommen aus den USA. Sie tummeln sich in der zollfreien nördlichen Grenzregion und an der Südspitze zwischen Cabo San Lucas und La Paz. Tijuana hält weltweit den einsamen Rekord von 30 Millionen Grenzüberschreitungen! Hier lassen die Amerikaner ihr Geld in Restaurants, Bars, Nachtclubs und natürlich beim Stierkampf. Und hier treffen zwei Welten aufeinander: die USA und Lateinamerika. Die Hauptstadt Mexicali läßt daran keinen Zweifel: Sie hat zwar mexikanisches Flair, ist aber mit ihren 800 000 Einwohnern eine moderne Großstadt. Ein Besuch im Museo del Estado lohnt sich auf alle Fälle. Es gibt Auskunft über Natur, Kultur und Geschichte von Baja California. Besondere Attraktionen aber sind das baskische Ballspiel Jai Alai und natürlich der Stierkampf.

Mehr als Wüste und Sand – Strände wie im Paradies

Mittlerweile hat sich herumgesprochen, daß Baja mehr ist als nur Sand und Wüste. Und das stimmt: Ganz gleich, wo man sich aufhält, man hat es nie weit zu einem der wunderschönen, oft einsamen Strände, die sich an der 3 000 Kilometer langen Küste wie Perlen aneinanderreihen. Zuerst kamen die Hochseeangler auf die Halbinsel, und in eingeweihten Kreisen galt Cabo San Lucas bald als Geheimtip. Spanische Missionare gründeten hier 1730 die erste Siedlung und dezimierten die Bevölkerung der Baja California durch mitgebrachte Pocken und Syphilis bis 1842 von 40 000 auf 3 700 Menschen. Ein Jahrhundert später kamen zuerst Fischer, dann Rucksacktouristen und schließlich Millionäre.
Cabo San Lucas liegt genau da, wo der Pazifik und das Cortes-Meer aufeinandertreffen und sich vor der Küste der El Arco, ein natürlicher Steinbogen, gebildet hat. Das Cortes-Meer entstand, als sich die Halbinsel vor Millionen vor Jahren vom Festland ablöste – ein Prozeß, der noch heute andauert: Jahr für Jahr driftet die Halbinsel fast sechs Zentimeter nach Nordwesten in den Pazifik. Das Cortes-Meer zeichnet sich durch seinen außergewöhnlichen Fischreichtum aus. Mindestens 850 Arten leben in dem warmen Wasser oder kommen zum Laichen hierher. Es ist ein wahrer Traum für Schnorchler und Ausflügler auf Glasboden-Booten. Schöne Strände mit sanften Wellen, felsige Küsten mit starker Brandung und vorgelagerte, von Wasservögeln, Seelöwen und Robben bevölkerte Inseln rücken die nahe Sandwüste in weite Ferne.

Paradies für Wassersportler

Heute hat sich Cabo San Lucas zu Mexikos viertgrößtem Badeort direkt nach Cancun, Puerto Vallarta und Acapulco gemausert. Außerdem ist es mittlerweile bis zu den Wassersportlern und Sonnenhungrigen vorgedrungen, daß Baja ein Paradies ist. Und das Angebot für sie reicht von Wasserski bis zum Kajakfahren. Das Dorado der Windsurfer liegt im Süden bei Los Barilles, denn schon ab 11 Uhr morgens sorgen der starke Nordwestwind und angenehme Wassertemperaturen von 22 Grad für Idealbedingungen. Tauchexperte Cousteau erklärte die Küste gar zum schönsten Aquarium der Welt.
Wer zum Hochseefischen hierher kommt, der kann in Loreto, La Paz, Los Barriles, und Los Cobos an Bord gehen und je nach Jahreszeit Marlin, Yellowfish, Barsch oder Wahoo angeln. Die Pazifikküste hingegen ist mit ihrer Brandung das Mekka der Wellenreiter. Die Wellen erreichen in den Wintermonaten Dimensionen, die sonst nur für Australien und Hawaii gelten. Kein Wunder also, daß die Surf-Elite die Strände der Insel Todos Santos schlicht “Killer Beach” nennt. Doch nur wer mobil ist, lernt die eigenwillige Halbinsel kennen, sieht entlegene Fischerdörfer, den Gebirgszug im Norden, die vulkanischen Bergformationen, die Hochweiden, den mit 3 096 Metern höchsten Berg “Picacho del Diablo” oder aber die Erdbeerplantagen in San Ignacio.

Er stößt hinter Cantamar auf weitläufige Sanddünen, die als Übungsgelände für Motocross-Fahrer und Drachenflieger dienen, entdeckt Höhlenmalereien in der Sierra San Francisco und landet mit Sicherheit in der Allerheiligenbucht. Hier tobt sich die Natur von ihrer schönsten Seite aus: Von einem Regenbogen umgeben brandet das Meer tosend gegen die Felsen und schießt an einer Stelle bis zu 20 Meter hoch. Diese gewaltige Wasserfontöne wird “La Bufadora” genannt.

1700 Kilometer Einsamkeit

Seit 1976 die einzige Hauptverkehrsstraße den Norden mit dem Süden verbindet, kommen Reisende selbst in die unwegsamsten Gegenden. Die sogenannte “Transpeninsular” reicht von der amerikanischen Grenze bis nach Cabo San Lucas, dem südlichsten Punkt der Halbinsel. Das sind fast 1 700 Kilometer Einsamkeit. Von Tijuana bis Ensenada ist die Transpeninsular als Autobahn ausgebaut. Wer von den Staaten aus einreisen möchte, braucht drei Tage lang nicht einmal ein mexikanisches Touristenvisum. Allerdings darf er dann nur bis Ensenada, Mexikos größtem Weinbaugebiet, fahren. Der Hafen des beliebten Badeortes wurde vor 400 Jahren gegründet und diente als Umschlageplatz der Missionsstationen und Farmen.
Wer jedoch nicht weiterfährt, verpaßt das größte Abenteuer. Denn das spektakulärste Erlebnis ist die Beobachtung der Grau- und Buckelwale. Sie tummeln sich in der Zeit von Dezember bis März in den Pazifischen Lagunen. Und es sind nicht nur vereinzelte Exemplare, sondern über 3 000 dieser 15 Meter langen und 20 Tonnen schweren Meeressäuger. Vereinzelt lassen sich auch Blauwale sehen. Sie sind mit immerhin 28 Meter Länge die größten Säugetiere der Welt. Von Heike van Braak

Informationen:

Autofahren: Die Transpeninsular auf der Halbinsel Baja California ist wie alle Hauptverkehrswege Mexikos in einem guten Zustand. Generell beträgt die Richtigeschwindigkeit auf Autobahnen 100 oder 110 Stundenkilometer, auf Landstraßen 80 Stundenkilometer und in Ortschaften 40 Stundenkilometer. Bleifreies Benzin (Magna Sin) ist jedoch nicht an allen der ohnehin sehr raren Tankstellen erhältlich. 


Mietwagen: Am günstigsten ist es, einen Mietwagen in Europa vorzubestellen. Das Mindestalter des Fahrers beträgt hierfür in Mexiko 25 Jahre. Erforderlich ist eine neben dem Führerschein eine Touristenkarte und unbedingt auch eine Kreditkarte. Einwegmieten fallen aufgrund der hohen Rückführungsgebühren relativ hoch aus. 


Banken: Öffnungszeiten: Montag bis Freitag von 09.00 bis 13.30 Uhr; Wechselstuben (casa de cambio) gibt es häufiger als Banken – sie sind Montag bis Freitag von 08.30 bis 18.00 Uhr sowie Samstag und Sonntag von 08.30 bis 14.00 Uhr geöffnet.Währung: Die mexikanische Währung ist der Nuevo Peso. Er ist an den Wert des US-Dollar gekoppelt. Kreditkarten werden überall akzeptiert.

 


Telefon: Für Auslandgespräche sind die Gebühren sehr hoch. Bei einem Anruf nach Europa wird zuerst die 98, dann die Vorwahl für Deutschland 49, die Ortsvorwahl ohne Null und dann die Rufnummer gewählt. 


Zeitzonen: In Mexiko gibt es drei verschiedene Zeitzonen. In diesem Jahr wurde dort auch die Sommerzeit eingeführt, in der die Uhren bis zum 27. Oktober eine Stunde vorgestellt wurden. Im Norden der Baja California unterscheidet sich die Uhrzeit gegenüber der MEZ um minus neun Stunden. Im Süden der Baja und an der Westküste bis Puerto Vallarta beträgt die Differenz minus sechs Stunden. 


Informationen: Staatliches Mexikanisches Verkehrsamt, Taunusanlage 21, 60325 Frankfurt,
Tel.: ++69-25 35 09 und 710 333 83, Fax: ++69- 25 37 55, web site
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